Inflation und Zinsen: Die Preise steigen, die Zinsen leider nicht

 · Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöht den Euro-Leitzinses auf 1,25 Prozent. Dies teilte die Notenbank in Frankfurt am Main mit. Mit einem solchen Schritt versucht die Author: WELT.

Für Sparer werden die seit Längerem anhaltenden Niedrigzinsen durch die steigende Inflation noch unangenehmer. Im Euroland ist der Hauptrefinanzierungssatz der wichtigste Leitzins. Auch das drückt die Zinsen. Zudem trägt er das Risiko , dass der Kreditnehmer seine Schulden gar nicht oder zumindest nicht pünktlich zurückzahlt.

Die Zinsen sollen weiter erhöht werden.

Doch von einer steigenden Inflation sieht man bis jetzt wenig. Die Teuerung in den USA ist sogar rückläufig. Doch Beobachter und Ökonomen sind überzeugt, dass der jüngste Rückgang der.

In der Praxis ist der Zusammenhang meist längst nicht so eindeutig. Obwohl die Zinsen fallen, bleibt die Inflation häufig trotzdem niedrig, so war es zum Beispiel in der Eurozone in den vergangenen Jahren. Ein Grund dafür kann sein, dass Unternehmen und Verbraucher trotz niedriger Zinsen gar keine Kredite aufnehmen wollen.

Das neue Geld gelangt also gar nicht erst in den Wirtschaftskreislauf. Niedrige Zinsen bedeuten nicht nur günstige Kredite für Unternehmen und Verbraucher, sondern auch mickrige Renditen für Sparer.

Denn wenn Banken oder Versicherungen mit ihren Finanzanlagen selbst keine hohen Zinsen mehr erwirtschaften, müssen sie notgedrungen auch die Zinsen auf die Einlagen ihrer Kunden senken. Für Sparer sind dauerhaft niedrige Zinsen eine Katastrophe.

Bekamen sie im Jahr im Schnitt noch rund drei Prozent Rendite auf ihr Tagesgeldkonto, sind es mittlerweile eher 0,3 Prozent. Bei vielen Banken und Sparkassen sogar deutlich weniger. Was das ausmacht, macht ein Rechenbeispiel deutlich: Beträgt der Zinssatz dagegen 0,5 Prozent, bekommt der Sparer nur Denn nicht nur normale Sparanlagen verlieren an Wert, auch wer eine Lebens- oder Rentenversicherung hat, muss damit rechnen, dass er im Alter deutlich weniger Geld rausbekommt als ursprünglich erhofft.

Prinzipiell ja, denn der Zinssatz macht natürlich einen gewaltigen Unterschied aus. Wer ein Darlehen über Bei einem jährlichen Zinssatz von 2 Prozent dagegen liegen die Zinskosten nur bei Das ist der Hauptgrund dafür, dass Immobilienkäufe derzeit so beliebt sind. Ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick aussieht, ist es allerdings nicht. Denn weil die Zinsen so niedrig sind und die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern zumindest in Ballungsgebieten extrem gestiegen ist, haben sich auch die Preise der Immobilien in diesen Lagen entsprechend erhöht.

Das relativiert das Zinsschnäppchen zumindest. Deutlich günstiger ist die Lage für Staaten, zumindest dann, wenn sie als vertrauenswürdige Kreditnehmer gelten. Deutschland etwa kann sich seit einiger Zeit fast zum Nulltarif verschulden. Für Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit muss der Bund weniger als ein Prozent Zinsen bieten, für Schuldpapiere mit Laufzeiten von zwei oder fünf Jahren sind mitunter gar keine Zinsen fällig. Einige Ökonomen sind der Meinung, dass das mit der schwarzen Null gar keine so gute Idee ist.

Denn es bedeutet ja, die Schulden nicht zu erhöhen. Neue Kredite werden also nur aufgenommen, wenn alte Anleihen auslaufen. Irgendwann werden die Zinsen wieder steigen - die amerikanische Notenbank Fed hat schon Ende den Anfang dazu gemacht und treibt den Leitzins nun Stück für Stück weiter nach oben.

Der Fed ist das bewusst, sie hat lange gezögert, den ersten Schritt zu machen. Denn schon kleine Bewegungen können an den Finanzmärkten für Angst und Schrecken sorgen.

Auf den verschiedenen Märkten wirken sich Zinsen unterschiedlich aus:. Problematisch wird es bei steigenden Zinsen für Kreditnehmer, die Verträge mit einem sogenannten variablen Zins abgeschlossen haben - bei denen der Zinssatz nicht festgeschrieben ist, sondern je nach Höhe des allgemeinen Zinsniveaus variiert.

Für diese Schuldner wird die Belastung schlagartig höher, wenn die Zinsen steigen. Das war zum Beispiel kurz vor der Finanzkrise auf dem amerikanischen Immobilienmarkt der Fall: Weil die Zinsen stiegen, konnten viele Immobilienbesitzer ihre Raten nicht mehr bezahlen.

Es war der Anfang einer Finanzkatastrophe. Auch Staaten, die hohe Kredite aufgenommen haben, können im Fall steigender Zinsen Probleme bekommen. Sie haben zwar in der Regel keine variablen Zinssätze mit ihren Gläubigern vereinbart, aber sie müssen ständig neue Anleihen ausgeben, selbst wenn sie nicht mehr Schulden machen als vorher.

Alle Anleihen haben in der Regel eine begrenzte Laufzeit. Wenn die vorbei ist, muss der Staat das Geld zurückzahlen. Hinzu kann ein Wechselkurseffekt kommen: In der Folge wird es für die brasilianischen Kreditnehmer teurer, ihre Dollar-Schulden zurückzuzahlen.

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Wer bestimmt, wie hoch die Zinsen sind? Warum sind die Zinsen derzeit so niedrig? Warum ist der Leitzins der Notenbanken so wichtig? Bringen niedrige Zinsen automatisch eine höhere Inflation mit sich? Was bedeuten niedrige Zinsen für die Altersvorsorge? Ist es sinnvoll, sich in Zeiten niedriger Zinsen zu verschulden? Was passiert, wenn die Zinsen wieder steigen? Warum gibt es überhaupt Zinsen? Ökonomisch gesehen deckt der Kreditgeber damit Kosten ab, die ihm durch den Verleih des Geldes entstehen: So kann er zum Beispiel in der Zeit , für die er das Geld verliehen hat, selbst nicht darüber verfügen und auch nichts damit erwirtschaften.

Hinzu kommt ein zu erwartender Wertverlust durch Inflation: Wer Euro für ein Jahr verleiht, bekommt zwar Euro wieder. Nach dem Jahr kann er sich dafür aber in der Regel nicht mehr so viel kaufen wie vorher, weil auch die Preise in der Zwischenzeit gestiegen sind. Zudem trägt er das Risiko , dass der Kreditnehmer seine Schulden gar nicht oder zumindest nicht pünktlich zurückzahlt. Das nämlich hängt von anderen Entwicklungen ab: Da sind zum einen die Kosten , also das, was die Bank selbst dafür bezahlt, wenn sie sich Geld leiht.

Banken bekommen ihre sogenannten Reserven von einer Zentralbank oder Notenbank. Er wird auch als Leitzins bezeichnet, weil er andere Zinssätze beeinflusst, etwa den sogenannten Interbankensatz, zu dem sich Banken gegenseitig Geld leihen. Wenn die Banken günstig an Geld rankommen, verlangen sie selbst in der Regel auch geringere Zinsen von ihren Kunden.

Das gilt zumindest für alle Kredite mit kurzer Laufzeit. Bei Krediten mit längerer Laufzeit kommt es dagegen auch auf die Erwartungen von Unternehmen und Verbrauchern sowie auf die Nachfrage an: Wenn viele Verbraucher und Firmen zuversichtlich in die Zukunft schauen, investieren und vielleicht ein Haus bauen wollen, fragen sie mehr Kredite nach. Wenn sich die Stimmung in der Wirtschaft eintrübt, verlieren die Unternehmen die Lust auf Investitionen. Entsprechend fällt auch die Nachfrage nach Krediten.

Wenn die Bank dann also überhaupt noch Geld verleihen will, muss sie den Zinssatz senken. Das ist ein Grund dafür, dass die Zinssätze bei einer schwachen Wirtschaftslage eher niedrig sind. Noch wichtiger für die Höhe der langfristigen Zinsen ist der Zinssatz auf Staatsanleihen. An ihm orientieren sich die Banken zum Beispiel, wenn sie ihre Zinssätze auf Immobilienkredite festlegen siehe Grafik.

Bei der Bundesschuld handelt es sich nur um den Betrag, den die Bundesregierung Gläubigern an Zinsen für aufgenommene Kredite zahlt. Dabei handelt es sich nicht um eine Tilgung der Schulden! Die Berechnung wird hauptsächlich über zwei Methoden durchgeführt. Der sogenannte Laspeyres-Index, mit dem auch die Inflationsrate privater Haushalte in Deutschland bestimmt wird, misst, was der Warenkorb des Vorjahres heute kosten würde.

Hierbei werden die Mengen des vorangegangenen Jahres mit den heutigen Preisen berechnet und diese Zahl durch die Mengen des alten Jahres zu den alten Preisen geteilt.

Ein alternativer Ansatz, die Inflationsrate zu bestimmen, ist der Paasche-Index. Dabei wird gemessen, was ein heutiger Warenkorb mit aktuellen Mengen kostet und verglichen mit derselben Menge zu alten Preisen. Probleme ergeben sich unter anderem durch Qualitätsverbesserungen, die schwer eingepreist werden können, sowie Substitutionseffekte, also die Ersetzung von teurer gewordenen Produkten durch günstigere mit ähnlichen Eigenschaften etwa Butter durch Margarine.

Tendenziell überschätzt der Laspeyres-Index daher die Teuerungsrate, während der Paasche-Index sie etwas unterschätzt. Findet eine Entwertung des Geldes statt, spricht man von Inflation. Konzeptionell geschieht dies dann, wenn sich die Geldmenge ausdehnt, die Gütermenge jedoch nicht: Dadurch lassen sich die gemessenen Werte verschiedener Länder besser vergleichen.

Die jährliche Inflationsrate betrug in der Europäischen Union zwischen und durchschnittlich 2. Auffallend ist die starke Abweichung im Jahre Hier betrug die Inflationsrate lediglich 0. Grund ist die internationale Finanzkrise bzw. Als die Finanzkrise auf die Realwirtschaft durchschlug, kam es zu weitgehender Zurückhaltung sowohl beim privaten Konsum als auch bei Investitionen.

In Folge der Wirtschaftskrise kam es zu einem drastischen Preisverfall der Agrarrohstoffe, wodurch Lebensmittel merklich günstiger wurden. Erst gegen Jahresende kam es wieder zu einem Wachstum der monatlichen Inflationsraten aufgrund gestiegener Ölpreise. Die, durch die Wirtschaftskrise bedingte, wachsende Arbeitslosigkeit und Produktionsrückgänge führten jedoch dazu, dass dieser Preisanstieg nur teilweise an die Verbraucher weitergegeben werden konnte und verhinderten so eine allzu starke Teuerungsrate.

Verbraucher mussten dabei vor allem für Kraftstoffe und Heizöl, sowie Gemüse, Obst und Tabak tiefer in die Geldbörse greifen. Preistreiber waren dabei abermals vor allem die Energiepreise und stark verteuerte Nahrungsmittel. Besonders bei Verbrauchsgütern kam es zu stärkeren Preisentwicklungen, wohingegen Gebrauchsgüter insgesamt sogar günstiger wurden.

Die Bundesbank hat in einer Analyse die Zusammenhänge der Wachstumsrate der Geldmenge und der Entwicklung der Verbraucherpreise in einer Forschungsarbeit statistisch mit einer Wavelet-Analyse untersucht: Nachlauf der beiden Zeitreihen im Verhältnis zueinander zu machen.

Money growth and consumer price inflation in the euro area: Dabei hat das Geldmengenwachstum einen Vorlauf von zwei bis drei Jahren. Da bleibt in der Finanzkrise nicht viel an konservativen Anlagemöglichkeiten. Kapitalerhalt ist angesagt, aber nur schwer zu realisieren. Vielleicht mit einem guten Tagesgeld Angebot. September Draghi geht von einer Zunahme der Kerninflation in Europa aus und meint dazu:.

Diese Entwicklung verbirgt einen nachlassenden Beitrag der nicht zur Kerninflation zählenden Komponenten des Allgemeinen Index und eine relativ kräftige Belebung der zugrunde liegenden Inflation.

Im Vergleich zum Oktober , also dem Vorjahresmonat, hatten insbesondere viele Nahrungsmittel höhere Preisen. Für viele Konsumenten, Verbraucher, und wie die Bürger sonst noch bezeichnet werden, also eigentlich alle Personen, die Geld ausgeben und Dinge oder Dienstleistungen kaufen, erscheint das wie der blanke Hohn. Die Inflationsrate ist definiert als die Veränderung des Verbraucherpreisindex auf einen Vergleichszeitraum. Das Statistische Bundesamt berechnet monatliche und jährliche Inflationsraten.

Die Wertangaben zu Preisveränderungen bei Warengruppen können weniger genau sein. Die Inflationsrate ist für viele gesellschaftliche, politische Bereiche und auch für die Notenbanken von Bedeutung. Als Beispiel sollen hier nur der Reallohn und die Mieten genannt werden.