55 Gallonen Fässer mit Ware


Es war an einem frühen Morgen, als ich mit der Fähre von Oak- land in San Francisco ankam, das gleich beim ersten Anblick einen überwältigenden Eindruck macht, und zwar schon durch seine Lage zwischen den zerklüfteten Klippen auf stark ansteigenden Abhängen hoch über dem Meere. Besonders war dies, wie wir bald sehen werden, in den westlichen Staaten der Fall.

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Thus the three-dimensionality of the structures are better accentuated. Key vor allem den Zweck verfolgte, zu untersuchen, inwieweit für Europa eine Möglichkeit besteht, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten wieder aufzunehmen. Er stellte diese Untersuchung natürlich hauptsächlich als Schwede und im Interesse Schwedens an. Seine Arbeit ist auch von amerika- nischer Seite als die erste erschöpfende Untersuchung der dortigen Verhältnisse, die in letzter Zeit erschienen ist, anerkannt worden.

Wir Deutsche können sicher viel aus ihr lernen. Nach der Ankunft in London wurde uns eine neue Mitteilung zu- gestellt: Am Morgen des Klasse nach Southampton bringen sollte.

Für die Um- ladung des Gepäcks vom Zug auf den Dampfer war eine Stunde be- rechnet, worauf die Anker sofort gelichtet werden sollten. Aber das Schicksal wollte es anders. Die Mauretania lag am Kai und nahm noch Kohle auf. Wir richteten uns in unseren Kajüten ein, belegten im Speise- saal Tische für die Reise, mieteten Liegestühle für das Promenade- deck usw. Die Mauretania, die ge- wöhnlich bis zu 26 Knoten fährt, sollte auf unserer Reise nur 18 Knoten machen.

Diesmal wurde wirklich ein Grund angeführt, nämlich der Eisenbahnstreik in Amerika. Die Leitung der Gesell- schaft fürchtete nämlich, für den Heimweg keine Bunkerkohle zu be- kommen, und es galt daher, soviel Kohle als möglich in England auf- zunehmen und für die Rückfahrt zu sparen. Die Überfahrt sollte also ungefähr neun Tage, statt der gewöhnlichen fünf, dauern, und die- jenigen, die wie der Verfasser anfangs einmal damit gerechnet hatten, ungefähr am 8. April nach New York zu kommen, konnten jetzt nur mehr darauf hoffen, frühestens gegen den Die Passagiere der 1.

Klasse hatten fünf Decks zu ihrer Verfügung, die mit verschiedenen Buchstaben bezeichnet waren. Von der Oberfläche des Wassers aus gerechnet, ergab das ungefähr die Höhe eines fünfstöckigen Hauses. Der Speisesaal der 1. Klasse erstreckt sich durch zwei Decks und kann ungefähr Personen aufnehmen. Hier hat also die Jugend, die nicht im Rauchzimmer bleibt, ihren gegebenen Aufenthaltsorf.

Es ist der hauptsächliche Zeitvertreib der Schwarzen in Amerika. Im ganzen befanden sich ungefähr Personen an Bord, wo- von Besatzung und Bedienung Mann ausmachten. Alles ist frei an Bord, d. Unser Tisch hatte jedoch einen mehr kosmopolitischen Anstrich bekommen. Der Russe- Engländer ist ein kleiner, lebhafter Herr, der nun zum erstenmal den Atlantischen Ozean durchkreuzt.

Die stete Frage an Bord ist die, wie oft man diese Tat vollbracht hat — Am April um 4 Uhr nachmittags sind die letzten Ladungen beendet und die Mauretania wird vom Kai wegbugsiert, auf dem sich eine Anzahl von Neugierigen eingefunden hat. Gegen 10 Uhr abends laufen wir die Reede von Cherbourg an. Und nun geht es in west- licher Richtung mit einer Wendung nach Süden zu aufs Meer hinaus. Die erste Bekanntschaft mit dem Ozean war nicht ungeteilt an- genehm.

Wer nicht gleich unten in den Kajüten vor Anker ging, eilte auf das Promenade- deck und legte sich in die Ruhesessel: Man tat im übrigen am klügsten daran, sich auf einem der Decks aufzuhalten, und mehrere zogen es sogar vor, eingehüllt in eine Menge Decken, dortselbst zu übernachten.

Der folgende Tag brachte schönes Wetter, die Kräfte kehrten zurück und man gewöhnte sich allmählich an die See; im übrigen aber herrschte während der ganzen Reise richtiges Aprilwetter mit kurzen Regenschauern, etwas Sonne, Nebel usw. Der Golf- strom machte sich durch kräftigen Nebel mit darauffolgendem klaren Wetter und steigender Temperatur bemerkbar. Richtig waschechte Amerikaner von irgendwelcher Bedeutung konnte ich schwer ent- decken.

Dagegen dominierte eine Gesellschaft von englischen und amerikanischen Theaterkünstlern. Sie inszenieren Sportwettkämpfe auf Deck, einen Kabarettabend usw. Brady neue Kollekten, z. Er dürfte bei der Heimkehr von mindestens zehn derartigen Kollek- ten berichten können, wobei er den ersten Zehnpfundschein gestiftet 10 hat. Die Freiheit des Meeres zeichnet sich nämlich durch ein unbegrenztes Servieren von Spirituosen aus, was jedoch ein Ende nehmen soll, sobald das Schiff die Dreimeilen- grenze des amerikanischen Territoriums passiert hat.

Brady ist zwar Engländer, aber, wie man sieht, kein Geisterseher, sondern ein entschiedener Feind des amerikanischen Alkoholverbotes. Das Ganze gestaltete sich zu einer recht netten Aus- stellung jenes Inhaltes der Koffer, der sonst nicht der allgemeinen Schaulust preisgegeben wird. Recht geglückt war eine Kabarettvorstellung, die unter Leitung der an Bord befindlichen Theaterkünstler veranstaltet wurde. Zwölf Herren hatten sich als Neger maskiert und bildeten den Chor zu einigen recht lustigen professionellen Negerkomikern.

Jeden Mittag wird eine kleine Zeitung: Während der ersten Hälfte der Reise bringt sie hauptsächlich europäische Nachrichten. Später überwiegen die amerikanischen Telegramme; sie drehen sich meist um einhei- mische amerikanische Angelegenheiten. Man hält nicht mehr so gewissenhaft auf die Etikette wie früher.

Vor dem Kriege huldigten wohl alle europäischen Völker mehr oder weniger dem optimistischen Glauben an eine bessere Zukunft der Menschheit, und vor allem taten das, wie Wells mit Nachdruck hervorhebt, die Amerikaner.

Ja, nach Wells, war für sie die stetige Entwicklung der materiellen Kultur sozusagen ein religiöser Glau- benssatz. Nun ist der Weltkrieg gekommen mit vielen Zügen, die an die von Wells ausgemalte Weltkatastrophe erinnern. Der feste Glaube Europas an den ständigen Fortschritt ist bedenklich er- schüttert worden. Hier auf dem Schiff und besonders an unserem kleinen Tisch begegnen uns diese beiden Stimmungs- gegensätze deutlich ausgeprägt. Auf den Amerikaner oder den jedenfalls naturalisierten Amerikaner, den Kleiderfabrikanten aus New York, hat der Krieg keinen tieferen Eindruck gemacht; er ist ebenso optimistisch wie früher.

Die pessimistische Stimmung wird durch den russisch-englischen Bankier vertreten, und als ein vermittelndes Glied zwischen den beiden Richtungen dürfen wir vielleicht uns selbst, uns zwei Schweden am Tische, meinen Sekretär und mich, ansehen. Unser Halbamerikaner vereinigt in sich das leichte Gemüt und die musikalische Begabung des Wieners mit der mehr materia- listischen Anschauungsweise des Amerikaners und sieht das Leben der Hauptsache nach als eine sonnige und interessante Lustreise an.

Das gab er zu, aber er bemerkte: Das war seine Auffassung von der wahren Demokratie. Im übrigen sah der Kleiderhändler die Situation gar nicht pessi- mistisch an. Die deutsche Mark würde bald steigen, und was Öster- reich anbelangte, so war die Lage allerdings betrüblich, aber er glaubte, das Land werde sich zuletzt mit Deutschland vereinigen.

Sobald die Industrie, dank der kräftigen Hilfe der Amerikaner, in Gang gekommen sei, werde übrigens die österreichische Krone par- allel mit der deutschen Markt steigen. Das einzige, was Österreich fehlte, seien tüchtige Männer, die das Ganze in ihre Hand nehmen und als ein wirkliches Geschäft betreiben könnten. Der russisch-englische Bankier beschäftigte sich jgerne mit dem Buch von Keynes, das er für genial und kühn hielt. Lloyd George nach dem Kriege ist dagegen nach seiner Ansicht eine verbrauchte Kraft.

Er ist jetzt eher ein politischer Akrobat. Asquith zählt ebenfalls nicht mehr mit. Dagegen könne man vielleicht auf Lord Robert Cecil hoffen. England befinde sich, so wiederholte unser Russe, in einer sehr ernsten Lage; nie habe ein solcher Antagonismus zwischen England und Irland bestanden wie jetzt; nach der Überzeugung des Russen- Engländers wurde die irländische Bewegung durch Amerika unter- stützt.

Nach der Ansicht des Artikelschreibers konnte es nicht viele Jahre dauern, bis Amerika sich genötigt sehen würde, seinen Mehrbedarf in dieser Ware von englischen Verkäufern zu beziehen. Dieser Optimismus in bezug auf England war jedoch bei dem Bankdirektor mehr der Ausdruck für eine augenblickliche Stimmung 14 als für eine wirkliche Überzeugung. Im Grunde seines Herzens hielt er das europäische Geschäftsleben auf Generationen hinaus für zer- stört.

Die Unterhandlungen, die in England mit den Bolschewiki eingeleitet worden sind, konnten nach seiner Ansicht unmöglich zu einem Ergebnis führen. Wenn ich mir jetzt vornehme, die ersten Eindrücke von New York zu schildern und meine Tagebuchaufzeichnungen aus der letzten Woche des April hervorhole, scheint es mir, als sei diese Zeit unendlich weit entfernt.

Vieles von dem, was ich damals niederschrieb, kommt mir beinahe fremd vor — ich habe während meiner Rundreise in den Vereinigten Staaten so viele und andere starke Eindrücke emp- fangen, und manche meiner ersten Eindrücke sind durch spätere Erfahrungen richtiggestellt worden.

Washington ist allerdings die politische Hauptstadt des Landes, aber das Leben dort ist eng und einseitig im Vergleich zu den ge- waltigen Kräften, die sich in New York regen. Diese Kräfte sind so- wohl gute wie böse. Die Stadt macht in vielen Fällen einen sehr ansprechenden Eindruck.

Während des Krieges hat sich dieses Volks- element sehr breit gemacht, und es gibt ganze Viertel mit einem jüdischen Proletariat der schlimmsten Art. Das aber gehört nicht zu den ersten Erfahrungen, die man macht. Die Wolkenkratzer wirkten aus der Ferne wie hohe Türme und bildeten eine pittoreske Sil- houette.

Avenue zu unserer künftigen Wohnung wirkte nach der zuletzt etwas ermüdenden See- reise erfrischend. Die Wolkenkratzer bekamen, in der Nähe be- trachtet, etwas Kühnes und Phantastisches. In New York ist es verboten, mit etwas anderem als rauchfreier Anthrazitkohle zu heizen — das ist eines der Geheim- nisse seiner klaren Luft. Henry Goddard Leach, und Mrs. Leach eingeladen, einige Wochen in ihrem Heim — sie wohnen wie so viele andere Amerikaner in einem eigenen Haus — East 64 th Street zuzubringen, nach allem zu urteilen, ein typi- sches modernes New York-Heim, in dem ich und mein Sekretär den dritten Stock für uns zur Verfügung hatten.

Wir hatten kaum Zeit gefunden, die Kleider zu wechseln, als uns das Automobil von Dr. Leach, das auch während der folgenden Tage zu unserer Verfügung stehen 2 Key, Ameiikarttiae 17 sollte, zum Harvard Club führte, wo wir das Frühstück einnahmen, unaufhörlich unterbrochen durch telephonische Anrufe von Inter- view-hungrigen Reportern, die mich zu sprechen wünschten.

Es kam zu einem mehrstündigen Gespräch mit sieben bis acht Jour- nalisten, und als das überstanden war, war es Zeit, heimzufahren und sich zum Mittag umzuziehen. Wir fanden jedoch Zeit, einen kurzen Spaziergang nach dem Broadway hinunter zu machen und uns im letzten Augenblick der einzigen noch übrigen Billette zu Carusos letztem Auftreten in dieser Saison am nächsten Tage zu versichern.

Der erste Mittag wurde in Dr. Während der folgenden drei Wochen, die ich in New York zu- brachte, war das Leben eine einzige Jagd von einer Sensation zur anderen. Jeden, Morgen wurde mir auf den Frühstückstisch neben der Teetasse ein Programm für den Tag vorgelegt, das nahezu unausführbar war.

Und dann ging es los. Ich begann mit dem Familienleben und den Klubs und hatte, als ich am Unterdessen knüpfte ich eine Menge wertvoller Bekanntschaften an und machte vor allem eine Rundtour bei den führenden Männern der Hochfinanz. Bei einem von der schwedischen Handelskammer in New York für mich am 8. Mai gegebenen Frühstück im Hotel Astor hatte ich Gelegenheit, in einer englisch gehaltenen Rede den Zweck meines Besuches in den Vereinigten Staaten darzulegen, der darin bestand, einen Eindruck von der Entwicklung zu bekommen, wie man sie in den Vereinigten Staaten während der nächsten Jahre in politi- scher und wirtschaftlicher Hinsicht erwarten konnte.

Die Vereinigten Staaten haben durch den Krieg auch ungeheure Summen verdient; und die Ent- wicklung in Europa kann nicht umhin, in höherem oder geringerem Grade von denjenigen Richtlinien abhängig zu werden, die sich in nächster Zukunft in der amerikanischen Politik und Wirtschaft gel- tend machen werden.

Die Hochfinanz kann in New York studiert werden und die hohe Politik in Washington; es gehörte zu meinem Plan, beides zu tun. Meine Intuition hat mich in diesem Falle nicht betrogen; ich hoffe, im folgenden Beobachtungen und Erfahrungen hierüber nie- derlegen zu können, die vielleicht sehr überraschend wirken dürften, die aber nach meiner Ansicht von entscheidender Bedeutung werden müssen, wenn es sich darum handelt, da9 Horoskop für die Zu- kunft zu stellen.

Um aber nun bei New York zu bleiben: Von ihnen sind die Politiker die am wenigsten zu- verlässigen, da ihr Blick oft genug durch parteipolitische Rück- sichten in bedenklicher Weise getrübt wird. Dies ist als eine kleine Erklärung für die Methode gedacht, die ich während meiner Studienreise soweit wie möglich zur Anwendung brachte. Unter den Finanzmännern, mit denen ich während meines Aufent- haltes in New York in nähere Berührung kam, mögen folgende genannt werden: Thatcher Magoun Brown, Mr.

Ostrom, der letztere schwedischer Ab- stammung, die beiden letzteren Vizepräsidenten der selben Bank. Unter den leitenden Männern dieser Bank will ich vor allem den Vizepräsidenten F. Schwedtman sowie den Vizepräsidenten und leitenden Direktor der Tochtergesellschaft dieser Bank: The Na- tional City Company, Mr. Eine weitere interessante Bekanntschaft war auch der Vizepräsident der Bank, Mr.

Roberts, der Vorstand der Informationsabteilung der Bank und ein hervorragender Nationalökonom. In diesem Zusammenhang ist es mir eine angenehme Pflicht, meine Dankbarkeit für alles auszusprechen, was geschah, um meine Arbeit zu erleichtern. Aber ich will zu meinen allgemeinen Eindrücken aus New York zurückkehren, bevor ich in einem weiteren Artikel meine Erfah- rungen von der Finanzwelt New Yorks wiedergebe.

Ich traf in New York auch viele andere Persönlichkeiten, besonders 21 aus der gelehrten, literarischen, künstlerischen und publizistischen Welt.

In der Zeitungswelt erlebte ich zunächst eine kleine Ent täuschung. Die Interviews mit mir, die am Tage nach meiner An- kunft veröffentlicht wurden, las ich, wie ich nicht bestreiten kann, mit einem gewissen Staunen.

Sie enthielten nicht viel von dem, was ich wirklich gesagt hatte, wohl aber eine Menge andere Sachen. Am gleichen Tage sah ich einige Interviews mit einem anderen Mann, der auch auf der Mauretania war, nämlich dem früher er- wähnten Filmdirektor W. Spätere Erfahrungen korrigierten jedoch bis zu einem gewissen Grade diese Auffassung. Viele von ihnen sind ausgezeichnet redigiert. So in New York: Alle diese auch nur annähernd aufzuführen, wäre unmöglich. Auch von den führenden Männern der Filmindustrie traf ich einige wichtige Vertreter.

Lee nennen, dem ich Dank schulde. Unter seiner Führung besuchte ich mehrere der öffentlichen kulturellen Institutionen und Museen von New York.

Avenue zwischen der Das Gebäude, das aus Vermont-Marmor im französischen Renaissancestil errichtet ist, kostete seinerzeit ungefähr 9 Millionen Dollar. Die Einrichtung ist wie gewöhnlich in Amerika sehr praktisch.

Alles geht mit Maschinen, die Bestellungen werden durch Rohrpost weiter- gegeben und die Bücher auf kleinen elektrischen Eisenbahnen von ihrem Platz in die Räumlichkeiten befördert, wo sie bestellt worden 23 sind. Oft sind sie mit einer Unterrichts anstalt verbunden, in unserem Falle mit einer mehrjährigen Schule zur Ausbildung von Bibliotheksbeamten, die jedoch, soweit ich sehen konnte, meistens von Damen zur Ausbildung für untergeordnete Stellen besucht war.

Das Gebäude enthält auch Ausstellungslokale, welche sicherlich dazu bestimmt sind, mehr Publikum in die Bibliothek zu locken. Diese werden für Ausstellungen verschiedener Art verwandt, die irgendwie mit der Buchindustrie oder der Reproduktionskunst in Zusammenhang stehen. Bei meinem Besuch fand in einem Saal eine Ausstellung englischer Malerei aus dem Jahrhundert, in einem anderen eine Ausstellung moderner amerikanischer Radie- rungen statt.

An einem anderen Tage wurde ich in meiner Wohnung wieder von Dr. Wir konzentrierten uns auf drei Abteilungen. Die jetzt lebenden Indianerstämme zerfallen in zwei Hauptgruppen. Diese Indianer sind ein nomadisierendes Kriegervolk, eine aussterbende Rasse, die auf gewisse Gebiete des westlichen Mississippi zurück- gedrängt lebt.

Diese letztere, nicht nomadisierende Gruppe ist durchaus unkriege- risch und lebt nach' einer Gesellschaftsordnung, die auf einer Art Kiuborganisation basiert.

Sie wohnt hauptsächlich in Arizona und im südlichen Kalifornien. Sie treiben Schafzucht, weben Stoffe aus Wolle und Baumwolle in pittoresken Mustern und treiben eine von nicht geringer Kunstfertigkeit zeugende Lehmindustrie. Sie leben in Ziegelhäusern, die sie auf hohen Hügeln bauen. Der Familienname und die Kinder gehören ihr.

Wenn ein Mann sich verheiratet, zieht er hinauf in das Haus der Frau. Avenue im Central Park liegt. Der Eindruck war durch den Reich- tum der Sammlungen imponierend. Besonders die ägyptischen sollen in ihrer Art die besten der Welt sein und können sich vielleicht sogar mit den entsprechenden Kunstschätzen im Britischen Museum messen. Warenhäuser, in New York — geschenkte Rembrandt-Sammlung, die bedeutendste ihrer Art, die sich an einem Platze finden dürfte.

Die Schule gehört als eine besondere Fakultät der Universität an; sie wurde am Der Zutritt zur Schule kann nach Erlegung des Examens zum Bachelor of Arts erreicht werden, aber ein zweijähriger vorbereiten- der Kurs ist in gewissen Fällen hinreichend, obwohl dann ein er- gänzendes Examen unumgänglich ist. Hierauf folgt ein zweijähriger Kurs, und danach haben die Studierenden das Recht zum Diplom als Master of Science; der Doktorgrad jedoch kann in dieser Fakul- tät nicht erworben werden.

Ich wohnte einer Unterrichtsstunde bei, in welcher die Anordnung der ersten Seite einer Morgenzeitung dis- kutiert wurde. Ziemlich viele weibliche Schülerinnen, die während des Krieges eingetreten waren, nahmen teil. In der Klasse, die wir besuchten, war gerade die Reihe an den Damen, zu zeigen, was sie konnten. Das Hauptinteresse des Tages kon- zentrierte sich auf eine Hochzeit, die am gleichen Tage inNew York stattfand; es verheirate sich nämlich ein Mitglied der Familie Vander- bilt mit irgendeiner Millionärstochter.

Die Konferenz von San Remo oder ähnliches kam an zweiter oder dritter Stelle. Die Schüler stimmten darüber ab, wer die beste Lösung gefunden hätte; derjenige, der die meisten Stimmen erhielt, hatte den Tages- preis gewonnen, nämlich eine Ananas.

Eine genauere Erfahrung modifizierte diese Ansicht später in gewissem Grade. Aber auf jeden Fall wurde in öffentlichen Lokalen niemals direkt Alkohol, weder Wein, noch Whisky oder Likör, serviert. Eine Schilderung all der Bankette, zu denen ich eingeladen war, würde meine Leser sicherlich sehr ermüden.

Ich will daher nur von einem Bankett erzählen, nämlich dem Der Saal war mit amerikanischen Flaggen geschmückt und in dunkelrotem Licht gehalten, das manch- mal gewaltsam durch Scheinwerfer unterbrochen wurde. Die letzteren waren im ganzen fünfzehn.

Es gehört zu den amerikanischen Gewohn- heiten, zuerst zu essen und nachher Reden zu halten — genau wie man vormittags zuerst frühstückt und dann, oft am Tische sitzen bleibend, Konferenzen abhält. Hier aber zeigte sich noch eine an- dere charakteristische Sitte: Sie erhielten zwar Tee und Butterbrote, aber es gehörte doch eine engelhafte Geduld dazu, während des ganzen Mittagessens unbeweglich dazusitzen und nach- her endlose Reden anzuhören, die sehr selten etwas Amüsantes ent- hielten.

Überhaupt ist die Geduld des amerikanischen Volkes in der Hinnahme von langen Reden, Predigten oder langweiligen Theaterstücken ohne Inhalt erstaunlich. Aber das ist ein Kapitel, auf das ich später wieder zurückkommen werde. Das Programm hätte nicht leicht noch gemischter sein können. Wir hielten bis gegen 1 Uhr nachts aus, begaben uns dann aber in ein sog.

Nightshow — Reisenweber am Columbus Circle —. Abwechselnd mit leicht gekleideten Berufstänzerinnen tanzte das Publikum, das nicht das allerfeinste war, mit unerhörter Begeisterung, besonders Chimmy, einen für uns recht merkwürdigen Tanz, bei dem der Tanzende eine Zeitlang auf ein und demselben Platze balan- ciert, um dann mit wiegenden Bewegungen einige kurze Schritte. Juni für das Finanzjahr vom 1. Der Handel an der Küste des Stillen Ozeans hat demgegenüber bisher zu einem nega- tiven Ergebnis geführt.

Bevor ich mich auf irgendwelche Er- klärungsversuche einlasse, dürfte es nötig sein, eine kurze Über- sicht über die Wirtschaftsgeographie, die Bevölkerungsverhältnisse und die Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten im allgemeinen zu geben.

Betrachtet man die einzelnen Staaten, so sind nur vier der kleinsten, nämlich Massachusetts, New Jersey, Connecticut und New York, nach europäischen Begriffen annähernd dicht bevölkert, diese aber machen zusammen nur den Teil des ganzen Terri- toriums aus.

Massachusetts hatte nach der Zählung von ,8 Einwohner auf der englischen Quadratmeile und New York ,2; betrachtet man aber z. Kalifornien hat einen Flächeninhalt, der um weniges kleiner ist als der Schwedens, aber es hat nicht mehr als ungefähr 3 Millionen Einwohner, während es zehnmal soviel ernähren könnte.

In Schwe- den treffen auf eine englische Quadratmeile 33,5 Personen. Der Zuwachs war in den Vereinigten Staaten in hohem Grade durch die Einwanderung bestimmt, welche durch die Lockung motiviert wurde, die die reichen, unausgebeuteten Naturschätze des Landes ausübten.

Man trieb in derjenigen Branche, in der es sich zufällig am besten zu arbeiten lohnte, die Produktion auf die höchste Stufe und verlor das Gefühl für Proportionen und eine vernünftige Rücksicht auf das Allgemeine. Seit hat sich die Einwohnerzahl in den Vereinigten Staaten verdreifacht; bis zum Kriegsausbruch hatte die Landwirtschaft es annähernd vermocht, mitzufolgen, aber zugleich hatte sich die Eisen- und Kohlenproduktion um das Vier- fache und die Kupferproduktion um nicht weniger als das Acht- fache vermehrt.

Die Rettung liegt in einem Übergang zu intensiverer Landwirtschaft; aber dieser Aus- weg ist bisher nur in einigen wenigen Staaten beschritten worden, während in anderen der Zustand noch völlig primitiv ist. Die Folge war u. In der Periode von bis war der Viehbestand von 73 auf 58 Millionen Stück gesunken. Die zunehmende Bedeutung der Industrie für die Wirtschaft der Vereinigten Staaten im Verhältnis zur Landwirtschaft ist sehr auf- fällig: Dies alles hat sich bis ungefähr das Oleichgewicht gehalten: Nun konzentrierten sich alle Kräfte auf die Industrie, und alle Rücksichtnahme wurde zugunsten der nationalen Gesichtspunkte in den Hintergrund gestellt.

Es galt Soldaten zu be- schaffen und zugleich die industrielle Produktion in gewissen Zweigen zur höchsten Potenz zu entwickeln. Ganz natürlicher- weise kam es zu einer unerhörten Steigerung der Lebensmittelpreise. Zugleich vermehrte sich infolge der hohen Arbeitslöhne und teil- weise infolge des Alkoholverbotes, das zu einem gesteigerten Ver- brauch gewisser Nahrungsmittel, wie z.

Vielerorts kam es zu einer förmlichen Entvölkerung der ländlichen Gebiete, und da zugleich die Einwanderung vom Aus- lande aufhörte, konnte ein Ersatz für die landwirtschaftlichen Ar- beiter nicht gefunden werden. All dies trug dazu bei, die Lebenskosten zu steigern,. Als dann der Waffenstill- stand kam, meldete sich auf vielen Gebieten eine Nachfrage, die nicht befriedigt werden konnte. In zahlreichen Fällen gab es über- haupt keine Waren, in anderen konnten sie nur zu unsinnigen Preisen beschafft werden; dazu kam noch als das Schlimmste von allem die Verschlechterung des Verkehrswesens.

Die Eisenbahnen hätten wäh- rend des Krieges unter der Verwaltung des Staates gestanden, und als sie in die Hände der einzelnen Besitzer, d.

Wollten die Konsumenten bei der herrschenden Knappheit an Waren und den steigenden Preisen kaufen, reichten nun die Zahlungsmittel nicht mehr au6, und man schritt anfangs zu dem gewöhnlichen, aber wenig empfehlenswerten Notmittel, mehr Scheine zu drucken.

Das war eine Art, künstliche Kaufkraft zu erzielen, welche die Lage nur erschweren konnte. Zur Zeit meines Besuches in den Vereinigten Staaten hatte die Automobilindustrie auf die gesamte Produktion von Konstruktions eisen und Fensterglas für eine lange Zeit hinaus Beschlag gelegt. Die Transportschwierigkeiten sind in der Tat überall der Kernpunkt des Problems. Ein sehr interessantes Beispiel für die schädliche Wirkung der Verkehrsschwierigkeiten liefert der Getreidemarkt.

Es ergibt sich die Frage, bis zu welchem Grade diese Knappheit auf der Kreditgewährung an das Ausland und in erster Linie an Europa beruhen konnte. Für diese Milliarden werden gegenwärtig keine Zinsen gezahlt, die Renten werden vielmehr zum Kapital geschlagen oder für eine Zeit von zwei bis drei Jahren schwebend gehalten.

Aber die Vereinigten Staaten haben Europa auch noch andere Kredite gewährt. Es scheint mir doch, als habe man in Europa etwas über- trieben, was die Amerikaner hier getan haben sollen. Betrachten wir den einheimischen amerikanischen Kapitalmarkt, so war derselbe dank der zurückhaltenden Politik der Banken nicht besonders lebhaft, aber auch nicht so still, wie man es sich hätte denken können.

Die Banken haben sich entschieden darum bemüht, 36 eine Art Rationierungssystem einzuführen, indem sie die Ausgaben von neuen Emissionen einzuschränken versuchten und neue Kredite nur solchen Unternehmungen gewährten, die als gemeinnützig an- gesehen werden konnten.

Besonders wurden unter Berücksichtigung dieses Grundsatzes die Eisenbahngesellschaften begünstigt. Was sie anbelangt, wurden während des ersten Halbjahres bedeutende Neuemissionen vorgenommen. In der Zeit vom 1. So war die wirtschaftliche Lage in den Vereinigten Staaten und besonders in New York bei meiner Ankunft Ende April, soweit ich einen Überblick über dieselbe gewinnen konnte.

Das Pazifikproblem fing an in den Vorder- grund zu treten, die zukünftige Entwicklung an den Küsten des Stillen Ozeans sollte bald das ganze Interesse gefangen nehmen und 37 die europäischen Probleme trotz aller sentimentalen Gesichtspunkte, die für eine Hilfe sprachen, immer mehr in den Hintergrund drängen.

Davison, von einer Inspektionsreise nach Europa zurück- gekehrt. Davison schilderte seine Eindrücke teils in Reden auf Banketten, teils in Zeitungsartikeln und öffentlichen Vorträgen. Er richtete dabei eine warmherzige Bitte an seine Landsleute, sie möchten alle Kräfte aufbieten, um Europa finanzielle Hilfe zu bringen. Um diese Summe zu verwalten, sollte eine amerikanische Kommission eingesetzt wer- den, deren Mitglieder aus Männern von anerkannter Kapazität und im Besitze des allgemeinen Vertrauens bestehen sollten.

Als Mit- glieder schlug Mr. Hoover und den früheren Innenminister Franklin Knight Lane vor. Die Kom- mission sollte mit uneingeschränkter Vollmacht ausgestattet werden und die Aufgabe haben, die Entwicklung im mittleren und östlichen Europa zu überwachen, sowie die Wiederaufbauarbeit in den vom Kriege verheerten Ländern zu kontrollieren. Dabei sollte sie nur praktische Gesichtspunkte in Anwendung bringen und keine poli- tischen Einschränkungen, Sympathien und Antipathien mitsprechen lassen.

Der Vorschlag von Mr. Nirgends aber konnte man eine besondere Begeisterung für den Vorschlag verspüren. Man beschränkte sich auf eine ziemlich aka- demische Diskussion, und nach einiger Zeit schien das ganze Pro- jekt in Vergessenheit geraten zu sein.

Ich hatte während dieser Tage Gespräche mit vielen von den leitenden Finanzmännern in New York, aber ich konnte keinen Widerhall für den Vorschlag von 38 Davison entdecken. Dagegen könne man vielleicht Vorschüsse oder Kredite für gelieferte Waren geben. Im übrigen glaubten die Amerikaner mit der obengenannten 10 Milliarden-An- leihe an die Alliierten genug getan zu haben.

Unter denen, mit welchen ich in diesen Tagen interessante Ge- spräche führte, mag Mr. Warburg genannt werden, den ich zum erstenmal bei einem Frühstück bei unserem Generalkonsul traf. Warburg ist ein kleiner, lebhafter Mann von stark ausgeprägtem jüdischen Typus, aber mit ungewöhnlich ansprechenden und in- telligenten Augen.

Er wirkt nicht unmittelbar durch das Gewicht seiner Persönlichkeit, sondern ist einer von jenen Menschen, bei denen die Lebhaftigkeit der Auffassung, die Vielseitigkeit der Ansichten und der Reichtum an Gesichtspunkten fesseln. Er hat auch starke künstlerische Interessen, besonders musikalische, und ist im ganzen eine Persönlichkeit von höchster Kultur.

Nach Warburgs Ansicht beruhte die Inflation in den Vereinigten Staaten in erster Linie auf der verringerten Produktion und den ge- steigerten Ansprüchen in der Klasse der körperlichen Arbeiter. Die herrschende Inflation und Teuerung in Amerika machten es für die Vereinigten Staaten unmöglich, Europa direkte finanzielle Hilfe zu gewähren. Wie ungünstig sich ein solcher auch gestalten würde, wäre er doch besser als die jetzige Unsicherheit.

Warburg auf das lebhafteste zu und meinte, es sei nötig, die allgemeine Abrüstung in Europa und ein freundschaftliches Zu- sammenarbeiten zwischen der Entente und Deutschland zu erzwingen.

Unter den Vorträgen war der von Mr. Er unterstrich auch stark die Notwendigkeit eines wirklichen Friedens- schlusses, denn vorher könne man sich keine Besserung erwarten. Was hierin geschehen könne, müsse auf Grund der Initiative einzelner Personen geschehen, allerdings, mit der moralischen Unterstützung der amerikanischen Regierung. An diejenigen, welche an all diesen Veranstaltungen teilnehmen sollten, wurden unerhörte Anforderungen gestellt.

Amerikas für den Wiederaufbau Europas bewarben. I am thinking of the american spirit. Während meiner Gespräche mit den führenden Finanzmännern in New York wurde oft die Frage des Friedensschlusses und des even- tuellen Anschlusses an den Völkerbund berührt, zwei Fragen also, die sehr eng mit den finanziellen Dingen zusammenhingen. Die gleiche Ansicht wurde von beinahe allen seinen Kollegen, mit denen ich sprach, geteilt.

Ich diskutierte diese Frage in Washington u. Aber wenn somit die Amerikaner in gewissen Punkten mit Keynes sympathisierten, so waren sie doch entschiedene Widersacher seiner Erwägungen in anderer Hinsicht.

Dagegen könnte man sich dazu verstehen, die Schuld in ein Darlehen auf lange Frist mit einer sehr niedrigen Rente zu verwandeln. Was ich hier berichtet habe, bezieht sich in erster Linie auf die Ansicht der leitenden Finanzkreise in New York. Man brauchte nur nach Philadelphia zu kommen, um zu bemerken, mit welch fremden Augen man innerhalb der Bankkreise die europä- ischen Verhältnisse ansah. In Chicago bestand allerdings infolge gewisser Umstände wenigstens einiges Interesse.

Aber es war be- grenzt, und tieferes Verständnis konnte man nur bei einigen wenigen bedeutenden und besonders unterrichteten Personen entdecken. Ich hatte jedoch das Vergnügen, mit einem der finanziell bedeu- tendsten Köpfe der Vereinigten Staaten zusammenzutreffen, mit einem Manne, der innerhalb seines Faches die höchsten Vertraucns- stellen bekleidete und dem man sogar den Posten als Finanzminister angeboten hatte, den er jedoch 1 ablehnte, nämlich mit Mr.

Seine Auffassung war originell. Mit Reynolds verhielt es sich gerade umgekehrt. Er ging direkt auf die Sache los. Ein staatliches Eingreifen sei gerade der rechte Weg. Er ging in dieser Hinsicht noch viel weiter als Mr. Aber das sei nunmehr unmöglich. Das hätte geschehen können, falls man nicht auf den Waffenstillstand eingegangen wäre, sondern statt dessen gleich einen endgültigen Frieden geschlossen hätte. Reynolds war entschiedener Gegner eines Anschlusses an den Völkerbund, sei es mit oder ohne die Reservationen von Lodge.

Er war mit anderen Worten An- hänger der Monroe -Doktrin als eines Grundsatzes, der Amerika dazu verpflichtet, sich soviel wie möglich auf sich selbst zu beschränken. Ich diskutierte natürlich mit den Finanzleuten, die ich traf, auch die gegenwärtige finanzielle Lage in den Vereinigten Staaten.

Die Banken trieben eine sehr vorsichtige PoHtik. Zu Aktienspekulationen wurden keine neuen Darlehen gewährt, und man glaubte, auch bald dazu gezwungen zu sein, die Kredite für reine Warengeschäfte ein- zuziehen.

Es fehlte auch nicht an hervorragenden Männern, die sehr schwarz sahen, auch in bezug auf die Entwicklung in den Vereinigten Staaten in nächster Zukunft. Aber auf dem Wege der Ver- handlungen könnte man wohl nicht weit mit ihnen kommen. Es würden deshalb vielleicht in einer nicht allzu fernen Zukunft Panik und schlechte Zeiten entstehen. Dann würden die Löhne der Arbeiter durdi den natürlichen Druck verringert werden. Ein amerikanischer Arbeiter kann bockig, unangenehm und an- spruchsvoll sein.

Er kann ganz unsinnige Lohnansprüche stellen, aber er ist vom staatlichen Gesichtspunkt aus ziemlich unschädlich, u. Er hat nicht das vorherrschende Gefühl der Zusammengehörigkeit mit seiner eigenen Klasse, das den europäischen Arbeiter in vielen Fällen für die Allgemeinheit so gefährlich macht. Gleich allen an- deren Amerikanern hat er hauptsächlich ein einziges Ziel im Leben, und das ist, soviel Dollars wie möglich zu verdienen.

Neid ist eine Eigenschaft, die in Amerika ganz fehlt. Ich kann hierfür kleine Belege aus meiner eigenen Erfahrung liefern. Besonders war dies, wie wir bald sehen werden, in den westlichen Staaten der Fall. Aber auch in New York war das Geschäftsleben alles andere als tot. Während meines ersten Aufenthaltes dortselbst wurden ziemlich bedeutende Spekulationen auf der Fondsbörse gemacht.

Das ganze war ein ziemlich einfaches Geschäft. Als dies ge- schehen war, glaubten alle, die Käufe seien nun zu Ende und die Aktien würden fallen. Die Aktien fuhren daher fort, bedeutend zu steigen. Als ich dies gelegentlich einem bedeutenden Bankier erzählte, bestritt dieser die Mitteilung und erklärte, Baldwin habe die Be- stellung abgelehnt.

Unter den Bankleuten herrschte eine ganz andere Ansicht. Washington besteht aus einer unendlichen Villenstadt, die nach einem recht komplizierten Stadtplan erbaut ist. Überall sieht man Platanen- und Ka- stanienalleen. Die Gattin des schwedischen Gesandten, Mrs. Ekengren, führte mich zum Mittagessen im Automobil zu einem sogenannten country club der feinsten Art.

Das Klubhaus pflegt ein Restaurant zu enthalten, aber oft gibt es dort auch Wohnräume, die von den Klubmitgliedern benützt werden dürfen. In diesen Klubs können nicht selten sowohl Herren wie Damen Mitglieder werden. Auf Long Island vor New York besuchte ich z. Der Unter- halt eines solchen country club ist natürlich sehr kostspielig; die Eintritts- und Jahresabgaben stellen sich in Übereinstimmung hier- mit nach europäischen Begriffen nicht billig.

Er ist Jahre alt, und das Klubgebäude selbst ist im Laufe der Zeiten soweit wie mög- lich unverändert erhalten worden. Carlysle, bei denen ich eingeführt wurde, eine musikalische Matinee mit Tee und Tanz. Die Eingeladenen waren Mitglieder der exklusivsten Kreise von Washington.

Wie mir versichert wurde, sind in diesem Klub nicht einmal die Diplomaten als selbstverständliche Mitglieder aufgenommen. Botschafter und Gesandte werden hineingewählt, andere Mitglieder des diplomatischen Korps jedoch nur in dem Um- fang, als sie für wirklich distinguiert und bedeutend gelten können.

Der Platz machte in dem ame- rikanischen Milieu einen ganz eigentümlich kontrastierenden Ein- druck von alter Kultur. Und das nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch im politischen Intrigenspiel sowohl innerhalb der Gesellschaft wie bei den Diplomaten. Wenn aber auch die älteren Damen zahlreich waren, so fehlten doch in Washington auch Jugend und Charme nicht. Sie kamen auch von allen Teilen des Landes dorthin. Ich sah mehrere solche sogenannte Debütanten.

Wenn ein solches junges Mädchen nach der ersten Saison heim- kommt, so veröffentlichen die Zeitungen dort ihr Porträt und malen in überschwenglichen Schilderungen ihre gesellschaftlichen Erfolge aus. Als ich in San Francisco war, enthielten die Zei- tungen dort spaltenlange Beschreibungen über die Triumphe eines solchen jungen Frisco -Mädchens während ihrer ersten Saison in Washington. Einige Tage später, an einem Sonntag mit sonnigem Sommer- wetter, begab ich mich gleichfalls auf Einladung von Mrs.

Der Chevy Chase Club besitzt ein ausgedehntes Terrain. Der Klub ist nicht annähernd so fein wie Grassland, aber doch auch wirklich vornehm und wird an den Sonntagen von Hunderten von Bewohnern Washingtons und Mit- gliedern des corps diplomatique u. Viele repräsentative Einwohner von Washington waren zu sehen, Diplo- maten mit ihren Frauen usw.

Bald ordnete sich die Gesellschaft nach einzelnen Gruppen, je nachdem die Menschen sich füreinander interessierten. Ich meinesteils hatte ein längeres Gespräch mit einer der älteren und distinguierteren Damen in der Gesellschaft. Ich will sie Mrs. Sie halten sich für etwas wie Kultur- träger in höherem Sinn und erheben Anspruch darauf, einen wich- tigen Platz im amerikanischen Staate auszufüllen.

Die Frauen müssen daher statt seiner lesen und versuchen, ihm in den freien Stunden ein wenig von ihrem Wissen beizubringen. Als ich jung war, hatte das Leben noch keinen wirklichen Inhalt.

Ich las kaum ein Buch und sprach niemals über soziale Fragen. Wie anders ist das Leben jetzt! Welch reichen Inhalt hat es nicht durch all die Erlebnisse während des Weltkrieges bekommen! Die Frau aus dem Volke arbeitet — dasselbe müssen auch wir tun.

Sie treibt Politik — deshalb müssen auch wir uns dafür interessieren. Ich meinerseits liebe vielleicht am meisten Kunst und Literatur, aber auf die Dauer geht es nicht nur damit. Ich verfolge alle neuen Gesetzesvorschläge, besonders diejenigen, die die Interessensphäre der Frau berühren.

Das Stimmrecht der Frau bringt Verpflichtungen mit sich. Aber diese Arbeit ist schon in vollem Gange. Der Krieg hat die Frau gezwungen, sich für praktische Fragen zu interessieren, und hat uns allen auch für die Probleme des Hauses die Augen geöffnet. Der Haushalt wurde ohne sie besorgt. Inzwischen war es spät geworden, und man rief uns zum Tee- trinken. Um 6 Uhr wurden wir im Auto abgeholt, und ich fuhr ins Hotel zurück, zusammen mit einigen der verheirateten Damen unserer Ge- 53 Seilschaft.

Es wurde hauptsächlich von Dienstmädchen gesprochen, was ja auch daheim kein ungewöhnliches Gesprächsthema zwischen Damen ist.

Ebenso wie in New York war ich auch in Washington beinahe täglich zu Frühstücken und Mittagen verschiedener Art eingeladen. Von ihnen fanden mehrere im Wardman Park Hotel statt, einem kolossalen Hotelkomplex, der auf einer bewaldeten Höhe vor der Stadt lag.

Bei einem Mittagessen lernte ich auch Mr. Bainbridge Colby zusammen war. Obwohl selbst Republikanerin, war sie entschieden gegen die jetzige Verfolgung der Sozialisten und meinte, das Verfahren gegen sie beruhe auf einer unmotivierten Bolschewiki-Panik. Nach diesen flüchtigen Skizzen vom Gesellschaftsleben in Wa- shington will ich zu dem eigentlichen Zweck meines dortigen Be- suches kommen.

Derselbe bestand darin, mir einen persönlichen Eindruck von dem politischen Leben in der Hauptstadt der Ver- einigten Staaten zu verschaffen. Man hatte gerade jetzt ebenso wie daheim in Europa den Eindruck von Müdigkeit und Abspannung nach der gewaltigen Sensation des Krieges, und alles vorhandene 54 Interesse konzentrierte sich auf die im Herbst bevorstehende Prä- sidentenwahl.

In Erwartung derselben konnte nichts vorgenommen werden, und die meisten resignierten angesichts dieser Tatsache und verhielten sich untätig.

In New York war man vielerorts noch optimistisch genug, um an eine Rati- fizierung des Friedensvertrages mit den Reservationen von Lodge bezüglich des Anschlusses der Vereinigten Staaten an den Völker- bund schon während des gegenwärtigen Kongresses zu glauben, aber hier in Washington machte sich niemand in dieser Hinsicht Illusionen. Der erste von den bedeutenderen leitenden Männern auf poli- tischem Gebiet, den ich traf, war Mr. Polk, Unterstaats- sekretär im Auswärtigen Amt.

Polk den Zweck meines Kommens und betonte, wie abhängig gegenwärtig Europa von der Politik der Vereinigten Staaten sei. Sie hätten kein Verständnis für etwas anderes als ihre eigenen Inter- essen. Wir berührten dann die Frage des Wiederaufbaus von Europa, wobei Mr.

Polk die gleiche Ansicht wie seine meisten füh- renden Landsleute in New York vertrat. Die Amerikaner könnten keine Rücksicht auf fremde Interessen nehmen, bevor sie die einheimische Inflation beseitigt hätten. Eine finanzielle Krise würde man kaum umgehen können, aber eine solche Krise sei, wie Mr. Polk betonte, in Ame- rika von kurzer Dauer. Wenn sie noch während des laufenden Jahres komme, könne man hoffen, bald zu normalen Verhältnissen zurück- zukehren, und es lasse sich schon nach dem Präsidentenwechsel im nächsten Jahre ein neuer Aufschwung erwarten.

Bainbridge Colby, dem Nachfolger Lansings. Die Einrichtung in seinem Amt ist entsetzlich langweilig. Er machte ungefähr den gleichen Eindruck wie Mr. Polk und andere bedeutende Amerikaner, die ich getroffen habe, d. Er stand im übrigen im Ruf, ein angenehmer Gesellschaftsmensch zu sein, und sah mit einer roten Rose im Knopfloch recht elegant aus. Colby drückte mir kräftig die Hand: Colby erklärte, dies sei wohl erst nach den Wahlen möglich.

Polk und so viele andere Amerikaner entgegengehalten hatten: Die Vereinigten Staaten können niemals mehr an sich selbst genug haben. Aber es nimmt Zeit in Anspruch, die Menschen hiervon zu überzeugen. That's a question of education. Das Gespräch nahm hierauf eine Wendung, durch die es, wie Mr.

Während meines Aufenthaltes in Washington besuchte ich auch das Kapitol, wo ich die verschiedenen prachtvollen Räumlichkeiten besichtigte und auch mit einigen hervorragenden Politikern sprach. In der Office Building der Senatoren hat jeder Senator eine eigene Kanzlei mit privatem Arbeitszimmer, und in gleicher Weise ver- fügt jedes Mitglied des Repräsentantenhauses über solche Räumlich- keiten.

Da während des Gespräches mit ihm noch zwei weitere Personen, nämlich Graf Bonde und mein Sekretär, anwesend waren, war es recht schwer, eine tiefergehende Konversation in Gang zu bringen. Mit einer gewissen Spannung trat ich ein, um den berühmten Mann zu treffen. Ich gab einem seiner Sekretäre mein Empfehlungsschreiben und wurde nach kurzem Warten eingelassen, diesmal allein. Senator Lodge ist ein kleingewachsener, vornehm aussehender Herr mit ganz grauem Haar.

Ich begann zu sprechen, und natürlich war die erste Frage, die ich stellte, die nach dem Völkerbund und nach der bekannten Stellungnahme von Lodge zu derselben. Ich blieb also allein mit dem Senator und konnte ungeniert sprechen. Ein wirklicher Friede sei daher wichtiger als sogar die Kreditfrage. Wir werden jetzt im Senat die Friedensresolution von Knox annehmen, aber Präsident Wilson wird sein Veto ein- legen, dann geht die Resolution zurück zum Senat und zum Re- präsentantenhaus; aber wir werden nicht imstande sein, die nötige Zweidrittelmehrheit in beiden Häusern für die Annahme der Reso- lution zu bekommen.

Und damit ist die ganze Frage bis zur Zeit nach der Präsidentenwahl aufgeschoben. Es wird daher kein Friede 58 geschlossen, bevor der neue Präsident sein Amt angetreten hat, sofern nicht Wilson stirbt, was man ja doch nicht annehmen kann! Ich traf in Washington auch viele andere interessante Persönlich- keiten; unter ihnen waren drei sehr bedeutende amerikanische Jour- nalisten, nämlich Mr.

Peet, der Inhaber eines besonderen politischen Korrespondenzbureaus in Washington, Mr. Diese drei Zei- tungsmänner galten für die besten, die es überhaupt auf dem Ge- biete der politischen Tagesschriftstellerei in Amerika gibt. Diese reine Atmosphäre durfte nicht durch Wahlagitationen und andere politische Propaganda gestört werden. Doch es wird im März des nächsten Jahres, wenn der neue Präsident sein Amt angetreten haben wird, wohl anders werden.

Zugleich machte ich, soweit meine knappe Zeit es erlaubte, einige Ausflüge von reinem Touristeninteresse wie über Buffalo an den Niagarafall. An der Station wurde ich im Automobil von Mr.

Er stu- dierte an der Graduate-School der Universität und ist Verfasser einer kleinen aufklärenden Schrift über das amerikanische Univer- sitätsleben, die den Zweck hat, als Leitfaden für Stipendiaten der Schweden-Amerika-Stiftung zu dienen. Die Fahrt von der Station nach der kleinen Universitätsstadt dauerte ungefähr 20 Minuten. Schon aus der Ferne sieht man ihre Turmspitzen sich erheben.

Man sah jetzt Wettruderboote der bekannten Art über seine Oberfläche hingleiten. Im Winter dient er als Schlittschuhbahn. Carnegie gestiftet wurde und nicht weniger als Per- sonen fassen kann. Dann waren wir in der Stadt selbst. Hier dehnt sich ein System von Gebäuden mit Bogengängen und Türmen aus, das sehr pittoresk wirkt. Die Gebäude sind sämtlich in englischer College-Gotik erbaut. Es ist daher kein Wunder, wenn die jungen Studenten gerne auf der Wiese vor diesem Bau an den langen Frühlingsabenden liegen, während die Senioren auf der Treppe stehen und ihre Lieder singen.

Das ganze so- ziale Dasein der Studenten spielt sich innerhalb der Universität ab. Sie studieren dort nicht nur, sondern wohnen und essen auch da- selbst. Die Studenten können auch Mitglieder der Klubs sein, die eigene prächtige Räumlichkeiten besitzen.

Die Klubs haben hier auch Restaurationsbetrieb und sind in gewissem Umfang mit Wohn- räumen ausgestattet. Hier herrscht ein recht umständliches Zeremoniell. Seine Schuhe und Krawatten müssen immer schwarz sein. An den meisten Orten werden eine oder einige College-Zeitungen herausgegeben, deren Redaktionen nur aus Stu- denten bestehen und die manchmal eine nicht unbedeutende Ver- breitung haben.

Fast alle Studenten bilden sich zu Spezialisten in verschiedenen Sportarten aus. Es gehört sogar an einigen Universitäten zum akademischen Unterricht, Theaterstücke schreiben zu lernen, wie z. Mehrere der bedeutendsten dramatischen Schriftsteller und Schauspieler des modernen Amerika sind von der Universität ausgegangen.

Aber ich werde Gelegenheit finden, mich mit dieser ganzen Bewegung im Zusammenhang mit meiner Schilderung des modernen amerikani- schen Theaters und seiner Entwicklungsmöglichkeiten zu befassen. Ich habe mich vielleicht schon allzu weit von den eigentlichen Universitätsstudien entfernt, die ja doch die Hauptsache sein sollten.

Hat der Student die zwei ersten Jahre seines Bachelor-Grades hinter sich, so wählt er eine Gruppe, z. Nach Beendigung der vier Jahre gilt er entweder als reif für den Eintritt in das Geschäftsleben oder er geht zu Studien in einem oder einigen speziellen Fächern an seiner eigenen Universität, in der Graduate-School oder an einer anderen Universität über, wo -sein spezielles Fach von besonders bedeutenden Lehrkräften ver- treten ist.

Princeton-University steht zur Zeit in dem Ruf, über bedeutende Lehrkräfte für klassische Sprachen, Latein und Griechisch, sowie für Mathematik und in den naturwissenschaftlichen Fächern für Biologie zu verfügen.

Um den Ehrgeiz bei den Schülern anzustacheln, wenden die ame- rikanischen Universitäten verschiedene charakteristische Methoden an. Princeton bietet in dieser Hinsicht zwei spezielle Verfahren, nämlich das Präzeptorsystem und das Ehrensystem.

Das Präzeptorsystem wurde von Woodrow Wilson eingeführt, während er Rektor der Universität war, und hatte den Zweck, die formelleren Übungen in Klassenzimmern und Vorlesungssälen teil- weise zu ersetzen.

Der Lehrer wiederum findet leichter Gelegenheit, sich ein Bild von den Kenntnissen und individuellen Verdiensten seines Schülers zu machen. Ein solches System macht es auch für einen mit der amerikanischen Universität unbekannten Menschen möglich, rasch sowohl Studenten wie Professoren kennen zu lernen. Kein Mitglied der Fakultät ist anwesend, um die Aufrechterhaltung dieser For- derung zu überwachen. Es ist ganz den Studenten überlassen, die auf Ehre verpflichtet sind, diejenigen, die sie wegen Betrugs in Ver- dacht haben, einem Studenten-Komitee, dem sogenannten Honor Committee, anzuzeigen.

Das hier Angeführte dürfte der Hauptsache nach das wiedergeben, was ich bei meinem Besuch in Princeton über den Unterricht und das Leben dortselbst erfahren habe. West noch Professor W. Cresson und Professor Paul van Dyke ge- nannt werden. Es kam zwischen den beiden zur Zeit, als Wilson an der Universität Rektor war, zum offenen Bruch und ver- zweifelten Kampf. Der Grund hierzu war eine Kleinigkeit, nämlich ein Streit darüber, wo die neuen Lokalitäten der Graduate-School 5 Key, Amerikareise 65 errichtet werden sollten, in der Nähe der Undergraduate-School oder in vornehmer Abgeschiedenheit.

Wilson wollte beide Schulen nahe bei einander haben, da er das für demokratischer hielt. West da- gegen wollte sie voneinander trennen. Wir kamen gegen acht Uhr abends dort an und stiegen im Hotel Ritz Carlton ab. Meine dort ge- machten Erfahrungen werden später im Zusammenhang mit der Behandlung der Wohnungsfrage in den Vereinigten Staaten geschil- dert werden. Philadelphia macht, wenn man von dem sonnigen, freien New York kommt, einen beklemmenden Eindruck. Philadelphia ist reich an Andenken an die Tage des Unabhängig- keitskrieges.

Buffalo, das ich nachher besuchte, ist eine unangenehme Stadt. Wenigstens macht es beim ersten Anblick einen solchen Eindruck. Jedenfalls fehlt der Stadt jeder originelle Charakter; man hat das Gefühl, sich in einem Durchschnittsquartier von New York zu be- finden, aber in einem, das schlechter gebaut und schmutziger ist.

Ich kümmerte mich jedoch nicht sehr um die Stadt, sondern hatte die Absicht, den Tag zu einem Besuch des Niagara-Falles zu ver- wenden. Ich fuhr mit der Trambahn zum Niagara-Fall-Nationalpark und nahm dann ein Automobil, um einen raschen Überblick über das Terrain zu bekommen. Der Wasserfall wurde zuerst von der ame- rikanischen Seite aus besichtigt. Der Anblick war gewaltig, aber doch nicht so überwältigend, wie man es auf Grund der Wasser- massen hätte erwarten können.

Der Wasserfall nimmt sich am prächtigsten von der kanadischen Seite aus, die wir nachher besuchten. Ich betrachtete dieses Schauspiel von verschiedenen Aussichtspunkten aus und war mehrmals in unterirdischen Räumen, also unterhalb der Wasser- massen, die, so betrachtet, einen unerhört gewaltigen Eindruck machten. Das Wetter war sehr schön.

Die Luft war herrlich und gesättigt von kühler Feuchtigkeit. Es war sogar fast kalt. Das Laub begann auszuschlagen, und es war eine Stimmung wie im schwe- dischen Vorfrühling. Rutschte man aus, so konnte man nirgends eine Stütze bekommen, denn überall an den Wänden, Säulen und anderen Gegenständen waren Totenköpfe angebracht und Aufschriften mit schwarzen Buchstaben, die besagten, man solle sich hüten, dieselben zu berühren, da das mit Todesgefahr verbunden sei.

Die Stadt, die ich nach Buffalo besuchte, war Detroit. Diese Stadt ist das junge Amerika. Sie hat alle Fehler und Verdienste der Jugend, aber vielleicht am meisten die Verdienste. Der Optimismus in Detroit ist sogar für einen Amerikaner auf- fallend.

Die Unternehmungslust und Initiativkraft, welche dort wäh- rend der letzten Jahrzehnte entwickelt wurden, dürften auch in Amerika wenig ihresgleichen haben.