Die Unternehmensbewertung an einem Beispiel erklärt


Es gibt noch den Adjusted Present Value-Ansatz, aber wir wollen es mal nicht übertreiben. Im Internet finden Sie verschiedene Aufstellungen von Multiplikatoren, so z. Nun berücksichtigen wir noch die Effekte, die aus der Bilanz kommen und die sich in Ihrem Kontokorrentkonto bzw.

Mythos Unternehmensbewertung


Für das Eingehen dieses zusätzlichen Risikos würden wir und alle anderen Investoren auch natürlich einen entsprechend höheren Return erwarten. Das Investitionsrisiko ist übrigens etwas, das aus meiner Sicht und auch aus Value Investor-Sicht vor allem im Business bzw. Geschäftsmodell des analysierten Unternehmens begründet liegt.

Investitionsrisiko ist aber nichts, das irgendetwas mit Marktpreisvolatilität etc. Bewerten wir das gesamte Business, dann schauen wir uns die entsprechenden operativen Risiken an. Dieses Risiko wird natürlich auf der einen Seite ebenfalls durch die operativen Risiken definiert, auf der anderen Seite aber auch durch den Verschuldungsgrad des Unternehmens.

Die Gesamtkapitalkosten sind das gewichtete Mittel aus Eigenkapital- und Fremdkapitalkosten. Wobei die Kapitalstruktur , also wie viel Eigenkapital und wie viel Fremdkapital eingesetzt wird, die Gewichtungsfaktoren definiert.

Im Grunde genommen benötigen wir für die Berechnung der Kapitalkosten bzw. Für die Abschätzung der Fremdkapitalkosten gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir können zum einen den tatsächlich auf die aufgenommenen Schulden gezahlten Zinssatz nehmen. Idealerweise sogar für einen recht kürzlich aufgenommenen Kredit. Die Infos dazu finden wir in der Regel in den Notes zum Jahresabschluss. Wenn die Firma keine eigenen Anleihen begeben hat, können wir den Default Spread einer Anleihe mit einem vergleichbaren Rating verwenden.

Die Details zu Bond Yields etc. Auch für die Bestimmung der Eigenkapitalkosten gibt es ebenfalls verschiedene Wege. Nutzen wir das CAPM , dann würden wir sagen, dass Rohstoffaktien risikoreicher sind, weil die Kurse im Falle einer Wirtschaftskrise statistisch gesehen viel stärker einbrechen als der Gesamtmarkt. Als eher risikoreich würden wir Rohstoffunternehmen aber vermutlich in beiden Fällen klassifizieren. Auf die Details gehe ich hier nicht weiter ein. Insbesondere wird das vereinfachte Ertragswertverfahren bei der Bewertung von Unternehmen oder Anteilen an Unternehmen im Rahmen der Bewertung für erbschaftsteuerliche bzw.

Das vereinfachte Ertragswertverfahren ist unabhängig von der Rechtsform des Unternehmens anzuwenden. Das vereinfachte Ertragswertverfahren kann folglich für Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften angewandt werden. Charakteristisch für das vereinfachte Ertragswertverfahren ist die Vergangenheitsbezogenheit. Ausgangspunkt der Bewertung sind die Ergebnisse der vergangenen drei Geschäftsjahre.

Der durchschnittlich erwirtschaftete Ertrag der vergangenen drei Geschäftsjahre stellt den Jahresertrag dar. Bei bilanzierenden Unternehmen ist der Gewinn aus der Steuerbilanz der Ausgangswert. Wird keine Bilanz erstellt sondern der Ertrag durch Einnahmen-Überschussrechnung ermittelt, so ist der Ertrag nach der Einnahmen-Überschussrechnung Ausgangspunkt für die Wertermittlung nach dem vereinfachten Ertragswertverfahren. Die Ergebnisse der letzten drei Geschäftsjahre sind vor der Durchschnittsbildung um bestimmte Faktoren zu bereinigen.

Die zu bereinigenden Faktoren beim vereinfachten Ertragswertverfahren sind nachfolgend exemplarisch dargestellt:. Hinzurechnungen zum steuerlichen Betriebsergebnis im Rahmen des vereinfachten Ertragswertverfahrens:.

Im Gewinn nicht enthaltene Investitionszulagen, soweit in der Zukunft nicht mit weiteren zulagenbegünstigte Investitionen in gleichem Umfang gerechnet werden kann. Sonstige wirtschaftliche nicht begründete Vermögensminderungen mit Einfluss auf den zukünftig nachhaltig zu erzielenden Jahresertrag mit gesellschaftsrechtlichem Bezug soweit nicht bereits im Rahmen der zuvor genannten Punkte berücksichtigt.

Hierunter fallen beispielsweise verdeckte Gewinnausschüttungen aufgrund eines überhöhten Geschäftsführergehalts oder überhöhter Miete. Abzuziehen vom steuerlichen Betriebsergebnis im Rahmen des vereinfachten Ertragswertverfahren sind:. Im Gewinn enthaltene Investitionszulagen, soweit in der Zukunft nicht mit weiteren zulagenbegünstigte Investitionen in gleichem Umfang gerechnet werden kann.

Ein angemessener kalkulatorischer Unternehmerlohn, soweit im bisherigen steuerlichen Betriebsergebnis kein angemessener Unternehmerlohn berücksichtigt wurde bei Einzelunternehmen ist das stets der Fall.

Bei den anderen Unternehmensformen ist die Angemessenheit des Unternehmerlohns bzw. Erträge aus der Erstattung von Ertragsteuern Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag, Gewerbesteuer.

Sonstige wirtschaftliche nicht begründete Vermögenserhöhungen mit Einfluss auf den zukünftig nachhaltig zu erzielenden Jahresertrag mit gesellschaftsrechtlichem Bezug soweit nicht bereits im Rahmen der zuvor genannten Punkte berücksichtigt. Hierunter fällt beispielsweise eine vergünstigte Überlassung eines Grundstücks des Gesellschafters an seine GmbH. Immer mehrere Werte mit verschiedenen Verfahren ermitteln.

Da es ohnehin nicht den einen richtigen Wert gibt s. Punkt 1 , brauchen wir auch gar nicht erst versuchen, den einen richtigen Wert zu ermitteln. Wenn wir aber nur ein Verfahren für die Bewertung verwenden, tun wir genau das, denn ein Verfahren wirft ja genau einen Wert aus. Im Prinzip kann man drei verschiedene Arten unterscheiden, wie der Wert einer Firma ermittelt werden kann:. Die drei Bewertungsansätze spielen wir jetzt anhand unsere Beispiels durch.

Ich gehe dabei allerdings nicht auf alle Details ein, da ich hier nur einen Überblick geben will. Wenn Sie lieber hören anstatt lesen, dann würde ich gerne ein Interview von mir empfehlen. Bei diesem gehe ich auf die verschiedenen Bewertungsmethoden ein und was diese im Hinblick auf eine Unternehmensbewertung bedeuteten.

Die Bewertung eines Unternehmens anhand seiner Substanz ist die älteste Bewertungsidee und geht davon aus, dass das Unternehmen gerade so viel wert ist wie die Summe der Teile, aus denen es besteht. Meist denkt man dabei an die physischen, greifbaren Teile wie Grundstücke, Gebäude, Maschinen usw.

Streng genommen zählen allerdings auch alle immateriellen Vermögenswerte wie Marken, der Kundenstamm oder das Know-How der Mitarbeiter dazu — das wird allerdings nur leider allzu häufig bei der Bewertung vergessen. Hier können sie das dazugehörige Interview einer Unternehmensbewertung mit der Substanzwertmethode in voller länge hören:. Den Substanzwert kann man aus zwei Perspektiven betrachten: Da danach die Firma nicht mehr existieren würde, spricht man hier dann folgerichtig von einem Liquidationswert.

Ebenfalls sind die Schulden abzuziehen, die aus dem Verkaufserlös des Vermögens abgelöst werden müssten. Der Reproduktionswert beinhaltet daher alle Ausgaben, die der Übernehmer auf sich nehmen müsste, um z. Das gleiche gilt auch für immaterielle Ressourcen, die evtl.

Die Bewertung von weit verbreiteten Vermögensgegenständen kann relativ leicht über Marktplätze und Börsen vorgenommen werden.

Bei anderen Werten sollte aber ggf. Das kann mal durch die Ermittlung des Wertes selbst passieren, mal durch Hochrechnung des Buchwerts mit einem bestimmten Prozentsatz oder Faktor. Das könnte dann z. Bei den Sachanlagen wurde geschätzt, dass die Marktwerte ca.

Die Finanzanlagen — z. Bei den Vorräten kommt die Marge zum Buchwert hinzu, die beim verkauf erzielt werden kann — allerdings sind bei den Vorräten auch immer die nicht mehr gängigen Warenbestände abzuziehen. In der Spalte ganz rechts sehen Sie, welche neuen Werte sich ergeben. Dabei ist natürlich zu bedenken, dass damit die Arbeitsplätze und Ihr Lebenswerk verloren gehen; diese Punkte berücksichtigt das Substanzwertverfahren nicht. Rechnen Sie das Beispiel einmal selbst nach, setzen Sie auch gerne einmal andere Prozentsätze und Marktwerte in die Rechnung ein, damit Sie ein Gefühl dafür bekommen, wie das Eigenkapital auf Ihre Änderungen reagiert.

Und natürlich können Sie das Ganze auch gerne einmal mit Ihrer eigenen Bilanz machen. Ein erster Nachteil besteht darin, dass bei der Ermittlung des Substanzwerts häufig der Fehler gemacht wird, sich stark an der Bilanz zu orientieren. In vielen Unternehmen gibt es aber auch Vermögen, das nicht in der Bilanz auftaucht, z.

Patente oder eine eigene Marke. Ein zweiter Nachteil ist, dass der Substanzwert nur die Einzelteile einer Firma bewertet, nicht jedoch den Mehrwert, der aus ihrer Verbindung entsteht. Ein Unternehmen kombiniert die eigenen Ressourcen, um damit Gewinne zu erwirtschaften. Das wird im Substanzwertverfahren unterschlagen.

Es kann aber auch dazu kommen, dass der Substanzwert über dem Ertragswert liegt. Das ist zum einen bei unrentablen Unternehmen der Fall, die im Verhältnis zum investierten Kapital zu wenig Gewinn erwirtschaften.

Da es bei der Bewertung grundsätzlich um die zukünftigen Erträge geht, kommt es zu dieser Situation auch, wenn die Übergabefähigkeit der Unternehmung gering ist und daher nicht mehr mit Gewinnen gerechnet werden kann, sobald der Übergeber die Unternehmung verlassen hat. Zum anderen kommt es bei kleineren Unternehmen häufiger vor, dass der Substanzwert den Ertragswert übersteigt, insbesondere dann, wenn die Firma über Immobilieneigentum verfügt. Letztendlich erschwert der Umstand, dass der Substanzwert über dem Ertragswert liegt, sehr häufig die Nachfolge den Unternehmensverkauf ganz erheblich.

Kommen wir nun zum zweiten Wertkonzept. Eine Firma anhand ihrer zukünftigen Gewinne oder besser Überschüsse zu bewerten ist der Weg, den wir heute für den eigentlich richtigen halten. Denn genau darum geht es dem Erwerber — Ihre Maschinen, Ihren Fuhrpark will er eigentlich gar nicht haben, er kauft Ihre zukünftigen Gewinne. Genauso geht es Ihrem Nachfolger.

Damit wird aber auch klar, dass es nicht um die Gewinne der Vergangenheit geht sondern um die Gewinne der Zukunft, denn nur von denen hat der Erwerber ja etwas. Somit brauchen wir eigentlich — wenn man es richtig macht — eine Planung der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz, die z.

Das letzte dieser im Detail geplanten Jahre wird dann in die Zukunft fortgeschrieben. Auf das vereinfachte Ertragswertverfahren gehe ich hier nicht ein, weil ich Ihnen ja zeigen möchte, wie man es machen sollte und nicht, wie man es nicht machen sollte; hören Sie sich aber gerne dazu etwas in der Lexikonepisode zum Ertragswert an. Free Cash Flow Verfahren.

Keine Angst, das ist kaum komplizierter als das in Deutschland weit verbreitete Ertragswertverfahren und sieht dann so aus:. Zunächst planen wir die Entwicklung der Umsätze, wo wir von einer leichten, realistischen Steigerung ausgehen.

Sie ändern sich nicht automatisch mit den Umsatzerlösen und werden daher vereinfacht aus den Vorjahreswerten mit realistischen Steigerungsraten weitergerechnet. Würden Sie allerdings zur Erzielung des oben geplanten Umsatzes zwei Leute mehr benötigen, würden Sie natürlich in dem betreffenden Jahr auch die Personalkosten entsprechend höher planen.

Daraus ergibt sich der Zufluss an Zahlungsmitteln aus dem operativen Geschäft, der sog. Nun berücksichtigen wir noch die Effekte, die aus der Bilanz kommen und die sich in Ihrem Kontokorrentkonto bzw.

In Ihrer Kasse bemerkbar machen: Die zukünftigen Beträge müssen wir deshalb auf heute runterrechnen, wir zinsen sie daher ab. Der Wert heute wird als Barwert bezeichnet. In diesen Zinssatz geht übrigens auch sehr stark ein, wie stark die Inhaberabhängigkeit Ihrer Firma ist.

Je höher die Inhaberabhängigkeit, umso höher der Zinssatz.