Staatsanleihe


Dies nennt man Stückzins oder Marchzins.

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Manche Anleihen werden nach Rendite gehandelt z. Durch Stückelung des festverzinslichen Titels — häufig Beträge von mehreren Millionen Währungseinheiten z. US-Dollar oder Euro — in eine Vielzahl an Teilschuldverschreibungen zu Nominalbeträgen von beispielsweise 50, , oder Dies macht die Anleihen auch für Kleinanleger attraktiv. Anleihen erfüllen eine Mobilisierungsfunktion. Durch Standardisierung der Anleihen lässt sich eine höhere Fungibilität erreichen. Auf diese Weise lassen sich die unterschiedlichen Bindungsfristen des Emittenten und der Gläubiger harmonisieren.

Diese zeitliche Transformationsfunktion hat ihren Grund in liquiden Sekundärmärkten. Die Ursache hierfür ist darin zu sehen, dass Unternehmen in Europa Kapital häufiger durch Selbstfinanzierung aufbringen oder Kredite bei Geschäftsbanken erhalten.

Die Emission von Anleihen kann als Selbstemission oder als Fremdemission durchgeführt werden. Bei der Fremdemission fungiert eine Bank oder ein Platzierungs konsortium als Mittler. Die Emission kann als Privatplatzierung oder öffentliche Platzierung durchgeführt werden. Bei der öffentlichen Platzierung von Anleihen sind die folgenden Formen üblich:. Anleihen werden zu einem Ausgabepreis ausgegeben, der vom Nennwert abweichen kann. Je nach Verhältnis des Ausgabepreises zum Nennwert spricht man von der Ausgabe unter pari , pari oder über pari.

Der Abschlag bei unter pari wird Disagio genannt, der Aufschlag bei über pari wird als Agio oder Aufgeld bezeichnet. Eine Inlandsanleihe wird auf dem nationalen Anleihemarkt platziert. Es handelt sich dabei um die Emission einer Anleihe eines inländischen Emittenten. Sie wird in der Inlandswährung und unter Einsatz eines inländischen Konsortiums emittiert, wobei die Vorschriften des Sitzlandes eingehalten werden müssen.

Ein Beispiel dafür ist eine Bundesanleihe. Deren Wertentwicklung misst der Deutsche Rentenindex. Es wird dabei zwischen Euromärkten und Auslandsanleihemärkten unterschieden. Eine Euroanleihe wird von einem internationalen Bankenkonsortium emittiert. Bei einer Auslandsanleihe handelt es sich um die Anleihe inländischer Währung eines relativ zur Währung ausländischen Emittenten oder um eine Fremdwährungsanleihe. Sie wird von einem inländischen Bankenkonsortium des Währungslandes platziert.

Es gelten die Vorschriften des Inlandes. Für die Investoren sind die Anleihebedingungen von Interesse, die zwischen dem Anleiheschuldner und dem emittierenden Bankenkonsortium ausgehandelt werden. Staatsanleihen — zum Beispiel Bundesanleihen — sind dagegen nicht besicherte Anleihen. Gebietskörperschaften sind in Deutschland nicht insolvenzfähig. Seit der Zahlungsunfähigkeit Argentiniens siehe auch Argentinien-Krise findet jedoch eine Diskussion um ein Insolvenzrecht für Nationalstaaten statt.

Bundesanleihen gelten dennoch als sicher, da das Steueraufkommen und das Staatsvermögen z. Waldflächen , Immobilien , Kapitalbeteiligungen als solide Einnahmequellen gelten; der Staat kann zumindest theoretisch durch Änderung der Steuergesetzgebung stets die Mittel zur Verfügung stellen, die zur Bedienung der Verbindlichkeiten notwendig sind.

In der Praxis zeigen jedoch der Fall Argentinien und die Griechenlandkrise mit ihrem teilweisen Schuldenerlass , dass dies alleine nicht ausreichend ist. Ebenso hatte sich die Sowjetunion als Rechtsnachfolgerin des zaristischen Russland geweigert, Anleihen aus dieser Zeit zu bedienen. Das führte dazu, dass die Sowjetunion lange Zeit kein Geld leihen konnte.

Russland musste die zaristischen Anleihen Anfang der er Jahre teilweise bedienen, um mit neuen Anleihen Geld am Kapitalmarkt aufnehmen zu können. Die entstandenen Teilwertpapiere sind allesamt Nullkuponanleihen und können einzeln gehandelt werden. Die Trennung wird für den Inhaber der Anleihe von der jeweils depotführenden Stelle, dem Kreditinstitut oder der Bundeswertpapierverwaltung, vorgenommen.

Seit Juli ist das Stripping von bestimmten Bundesanleihen ab einem Mindestbetrag von Anleihen gibt es in vielen verschiedenen Formen. Der Finanzmarkt hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine Vielzahl von innovativen Finanzinstrumenten hervorgebracht, wobei Anleihen eine bedeutende Rolle gespielt haben. Viele dieser Finanzinstrumente sind wieder vom Markt verschwunden, während andere sich länger halten oder ins Standardrepertoire von Finanzinstitutionen aufgenommen wurden.

In der Fachsprache der Börse haben verschiedene Wertpapiergruppen eigene Bezeichnungen. Dies nennt man Stückzins oder Marchzins. Die nächste Zinszahlung wäre am 1. Er verkauft das Papier jedoch schon am 1. Mit einer Anleihe kann der Anleger zwei Arten von Erträgen erwirtschaften:. Die meisten Anleihen notieren in Prozent des jeweiligen Nominalwerts. Es gibt jedoch wenige Ausnahmen, die hiervon abweichend in Nominalwährung notieren z.

Als allgemeine Berechnungsformel für den Wert einer Anleihe gilt somit bei konstantem Zins r:. Ein Kaufinteressent kann also sicher mit folgenden Zahlungsströmen in den nächsten drei Jahren rechnen:. Dem Anleger stehen weiterhin die fest vereinbarten Zahlungen zu, jedoch ändert sich der Kurs Barwert seiner Anleihe:. Das Ausfallrisiko bestimmt sich nach der erwarteten Zahlungsfähigkeit Bonität des Anleiheschuldners. Der Kupon einer Anleihe liegt zum Zeitpunkt der Anleihebegebung umso höher über dem risikolosen Marktzinssatz, je geringer die Bonität ist.

Häufig ist es nicht interessant zu wissen, welchen Wert eine Anleihe am heutigen Tag hat, sondern welche Rendite man mit dem Kauf einer Anleihe zu einem heute bekannten Preis erzielen kann.

Für die Abschätzung gibt es folgende Näherungsformel:. Genauer ist es, mit einer Iteration so lange Zinssätze in die Bewertungsformel für den jeweiligen Anleihentyp einzusetzen, bis der errechnete Wert mit dem Kaufpreis übereinstimmt.

Renditerechner sind spezielle Programme für die möglichst genaue Berechnung der Rendite. Diese sind teilweise im Internet als Online-Rechner verfügbar. Neben der gebräuchlicheren Endfälligkeitsrendite Effektivverzinsung existiert auch die laufende Rendite current yield.

Auch diese unterscheidet sich vom Zinssatz. Die laufende Rendite zeigt aber die prozentuale Verzinsung auf der Basis des jeweiligen Kurses. Um zu ermitteln, wie schnell sich der Wert einer Anleihenanlage verdoppelt, wird von Anlegern manchmal eine Faustformel verwendet: Die Zahl 70 ist durch die Endfälligkeitsrendite zu teilen. Bei einer Rendite von sieben Prozent z. Beträgt die Rendite dagegen fünf Prozent, dauert es 14 Jahre. Voraussetzung für die Kalkulation: Bei Anleihen können Fehlbewertungen arbitriert werden.

Beispielsweise ist eine Arbitragestrategie denkbar, wenn eine Kuponanleihe zu niedrig bewertet ist. Dann kauft man diese Börsenjargon: Der Arbitragegewinn ergibt sich dann in diesem Modellbeispiel heute, wobei zukünftig alle Positionen Null ergeben. Unterschiedliche Bewertungen können sich aber auch aufgrund von Bonitätsdifferenzen und Marktfriktionen ergeben. Die Anleiherisiken lassen sich wie folgt einteilen: Spread-, Kredit- und Liquiditätsrisiko werden zum Credit Spread zusammengefasst.

Je schlechter die Bonität, desto höher ist das Ausfallrisiko der Anleihe. Eine Staatsanleihe oder Staatsobligation englisch sovereign bond [1] oder government bond ist eine Öffentliche Anleihe , bei der ein Staat als Schuldner fungiert.

In einem erweiterten Sinn wird bisweilen auch jede Art einer Öffentlichen Anleihe als Staatsanleihe bezeichnet — demnach wäre hierunter auch jede von einer unterhalb des Staates organisierten Gebietskörperschaft oder einem öffentlichen Unternehmen begebene Anleihe gefasst, die ihre Anleihen mit einer Staatsgarantie versehen.

Als Anleiheschuldner treten — neben Banken , Versicherungen und sonstige emissionsfähigen Unternehmen — auch Staaten auf. Sie nutzen die Anleihe als Finanzierungsinstrument. Dabei kommen ihnen dieselben Vorteile einer breiten Streuung auf den internationalen Kapitalmärkten , uneingeschränktem Handel internationaler Kreditverkehr und einer hohen Fungibilität durch die Form der Inhaberschuldverschreibung zugute.

Anders als bei den übrigen Anleiheschuldnern wird die Bonität von Staatsanleihen nicht durch Jahresabschlüsse gemessen, sondern durch einen Staatshaushalt und das zugehörige Länderrisiko. Während alle übrigen Anleiheschuldner aufgrund gesetzlicher Bestimmungen insolvenzfähig sind, gibt es für Staaten zwar keine Insolvenzvorschriften, wohl aber die Möglichkeit eines Moratoriums oder Staatsbankrotts , von denen auch — und insbesondere — Staatsanleihen betroffen sind.

Das Völkerrecht kennt weder ein einheitliches noch ein kodifiziertes Konkursrecht der Staaten. Grund für die Emission der von einem Staat herausgegebenen Wertpapiere ist meist die Finanzierung von Haushaltsdefiziten im Staatshaushalt, kann aber auch ein bestimmtes, vom Staat zu finanzierendes Projekt sein. Staatsanleihen verringern oder decken die Lücke zwischen den niedrigeren Staatseinnahmen und den höheren Staatsausgaben, wenn Steuererhöhungen ganz oder teilweise vermieden werden sollen.

Insbesondere reiche Bürger zwang der Staat zur finanziellen Beteiligung an der Kriegsfinanzierung. Diese Form war nur für Staatspapiere zulässig. Ein Brief vom Januar ernannte Nathan Mayer Rothschild zum Beauftragten der britischen Regierung, wobei er französisches Gold aufkaufen und Admiral Wellington aushändigen sollte. Dieser bezahlte hiermit seine Söldner , die mittlerweile nach Frankreich marschierten. Rothschild finanzierte hiermit indirekt die Schlacht bei Waterloo , die am Doch die erhoffte Wertsteigerung des Goldes blieb durch den unerwartet kurzen Kriegsverlauf aus, so dass Rothschild das übrig gebliebene Gold im Juli für den Erwerb britischer Staatsanleihen verwandte.

Juli in Vicksburg Mississippi — auch weil es ihnen nicht gelang, die hohen Kriegskosten vollständig mit Staatsanleihen zu finanzieren. Argentinische Anleihen nehmen in der Historie der Staatsanleihen eine Sonderrolle ein, denn sie waren gleich mehrfach von Moratorien und Staatsbankrott betroffen Argentinien-Krise und beschäftigten internationale Gerichte. Argentinien stellte die Zahlung des Schuldendienstes Zinsen und Tilgung bereits für seine erste, emittierte Staatsanleihe im Jahre für die nächsten 28 Jahre bis ein.

Ende erreichten Staatsanleihen rund 50 Prozent der argentinischen öffentlichen Schulden. Auch die Griechenland-Krise löste im März einen teilweisen Schuldenerlass für griechische Staatsanleihen aus.

Staatsanleihen sind Wertpapiere, die jedem einzelnen Gläubiger einen eigenen, unabhängigen vertraglichen Zahlungsanspruch gegenüber dem Emittenten Schuldnerstaat verschaffen.

Als Inhaberpapiere sind sie am fungibelsten, weil sie durch Einigung und Übergabe auf einen neuen Gläubiger übertragen werden können; Orderpapiere bedürfen eines Indossaments. Die deutsche Bankenaufsicht BaFin verhängte im Mai ein temporäres Verbot von Leerverkäufen für Staatsanleihen und Aktien , das im März wieder aufgehoben wurde. Für die Investoren sind die Anleihebedingungen von Interesse, die zwischen dem Schuldnerstaat und dem emittierenden Bankenkonsortium ausgehandelt werden.

Alleine die argentinischen Staatsanleihen unterstanden 8 verschiedenen Jurisdiktionen. Staatsanleihen haben mit 15 bis 30 Jahren die längste Laufzeit aller Anleihen. Zinsen und Rückzahlungen wickelt häufig eine Zahlstelle englisch fiscal agent oder ein Treuhänder englisch trustee ab.

Zinstermin englisch coupon date ist der im Kupon vermerkte Fälligkeitszeitpunkt der Anleihezinsen meist jährlich oder halbjährlich. Bei Staatsanleihen ist es üblich, die unbesicherten Anleihegläubiger mit einer Pari-Passu-Klausel gleichrangig mit anderen nicht nachrangigen Auslandsverbindlichkeiten zu stellen. Während die von der Klausel begünstigten Anleihegläubiger ab Februar keine Zinszahlungen zum vorgesehenen Fälligkeitszeitpunkt erhielten, wurde der Schuldendienst für den IWF von Argentinien fortgesetzt, obwohl der IWF formal nicht zu den vorrangigen Gläubigern gehörte.

Für den BGH ist keine allgemeine Regel des Völkerrechts feststellbar, die einen Staat gegenüber Privatpersonen berechtigt, die Erfüllung fälliger privatrechtlicher Zahlungsansprüche unter Berufung auf den wegen Zahlungsunfähigkeit erklärten Staatsnotstand oder wegen einer mit der Mehrheit der Gläubiger freiwillig zustande gekommenen Umschuldung zeitweise zu verweigern.

Für die Gläubiger entsteht durch den Erwerb von Staatsanleihen ein Kreditrisiko , das sich schlimmstenfalls in einem Moratorium oder Staatsbankrott realisieren kann. Dieses Risiko verwirklicht sich anleihetechnisch durch einen teilweisen oder vollständigen Schuldenerlass. Beim griechischen Schuldenerlass im März mussten Anleihegläubiger auf 53,5 Prozent ihrer Anleihenwerte verzichten. Fremdwährungsanleihen kommen bei Staaten vor, deren eigene Währung als Anleihewährung international nicht akzeptiert wird.